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1992 – Bunbury

von Oscar Wilde

Ernst sein ist alles – oder Bunbury – ist eine Komödie in drei Akten. Der Originaltitel des Stückes beruht auf einem Wortspiel: Earnest bedeutet „aufrichtig“, was in der deutschen Übersetzung mit „Ernst“/„ernst“ nur unzureichend wiedergegeben ist, gleichzeitig ist „Ernest“ der Vorname einer der auftauchenden Figuren.

Die Komödie gehört zu den erfolgreichen Salonstücken Wildes, in denen er geistreich und ironisierend die Herren und Damen der Oberschicht attackierte, ohne jedoch ihr parasitäres Leben grundsätzlich in Frage zu stellen. Wilde selbst betrachtete Bunbury als seine beste Komödie, brilliert sie doch – wie ein Kritiker schrieb – „durch Sprachwitz und exzellent kalkulierte Situationskomik“.

Die zwei englischen Gentlemen Algernon und Jack sind Lebemänner und geben sich in ihrer Freizeit dem Vergnügen hin. Um diese Leidenschaft mit ihrem gesellschaftlichen Rang zu vereinen, haben beide eine Ausrede erfunden: Algernon hat einen kranken Freund namens Bunbury, um ab und zu auf das Land fahren zu können, und Jack seinen Bruder Ernest (in der deutschen Übersetzung Ernst), um ab und zu in die Stadt kommen zu können.

Jack, der sich in der Stadt immer als sein Bruder Ernest ausgibt, verliebt sich in Algernons Cousine Gwendolen und macht ihr einen Heiratsantrag. Diese bezeichnet es als ihr Lebensziel, jemanden zu heiraten, der Ernest heißt. Algernon besucht das Landhaus von Jack unter der falschen Behauptung, Jacks Bruder Ernest zu sein. Dabei verliebt er sich in Jacks Mündel Cecily. Auch sie hält den Namen Ernest für eine unbedingt notwendige Voraussetzung für ihren zukünftigen Mann. Algernons Tante Augusta ist absolut gegen eine Heirat ihrer Tochter mit Jack, nachdem sie erfahren hat, dass Jack Vollwaise ist und als Säugling auf dem Londoner Bahnhof Victoria Station in einer Reisetasche gefunden wurde. Einer Hochzeit ihres Neffen Algernon mit Cecily stimmt sie jedoch zu, nachdem sie von deren recht anständigem Vermögen gehört hat. Jack will aber seine Einwilligung nur geben, wenn er im Gegenzug Gwendolen heiraten kann.

Es stellt sich heraus, dass Jacks Haushälterin Miss Prism vor vielen Jahren den Bruder von Algernon in einer Handtasche aus Versehen am Bahnhof zurückließ. Dabei wird schließlich klar, dass das Findelkind Jack dieser Säugling war und er somit Algernons älterer Bruder ist. Weiter stellt sich heraus, dass Jack in Wirklichkeit nach seinem leiblichen Vater Ernest John benannt wurde. Jack hat die ganze Zeit, ohne es zu wissen, doch die Wahrheit gesagt.

Zur Erläuterung: Jack ist im Englischen eine Slangform von John. Somit wird aus Jack Ernest John, der „wahrhaftige John“ – ein Wortspiel.

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Bilder Bunbury

Alle Bildrechte liegen beim Verein Team Theater Holzkirchen e.V.

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